Ich hoffe, Du findest gerade ein kühles, schattiges Plätzchen, an dem Du für einen Moment durchatmen und diese Zeilen lesen kannst. Der Sommer zeigt sich in diesen Wochen von seiner intensivsten und heißesten Seite. Vielleicht spürst Du es auch in Deinem eigenen Körper, wie diese Temperaturen uns fast schon magisch dazu einladen, das Tempo im Alltag extrem zu drosseln.

Die Sehnsucht nach dem Tun und die Einladung der Natur

Wenn wir ehrlich sind, fällt uns Menschen das oft unheimlich schwer. Wir sind so darauf konditioniert, immer produktiv zu sein, Pläne zu schmieden und auch an heißen Tagen unser gewohntes Pensum durchzuziehen. Wir bewerten Phasen, in denen wir uns müde oder uninspiriert fühlen, oft als Schwäche oder Stillstand.

Unsere Tiere machen uns in diesen Tagen etwas ganz Wunderbares vor. Wenn ich Maja und Ida beobachte, sehe ich zwei Meisterinnen der Anpassung. Sie hinterfragen die Wärme nicht, sie ärgern sich nicht über die trägen Nachmittage und sie leisten keinen Widerstand gegen das, was ist. Sie suchen sich einfach den kühlsten Platz auf den Fliesen, rollen sich zusammen und schlafen. Sie passen sich vollkommen intuitiv dem Rhythmus der Natur an und sinken einfach in dieses tiefe, vertrauensvolle Sein.

Der verborgene Zauber der Morgenstunden

Und doch liegt in dieser veränderten Zeit ein ganz eigener Zauber, den wir oft erst wahrnehmen, wenn wir uns auf dieses langsamere Tempo einlassen. Wenn wir am frühen Morgen losgehen und die Welt gerade erst erwacht, liegt dieser ganz typische, frische Sommerduft in der Luft, der uns so tief berühren kann. Maja und Ida lieben es in diesen kühlen Stunden, ganz versunken zu schnüffeln. Für sie ist selbst das trockene Gras unter ihren Pfoten ein spannendes Abenteuer, das sie mit allen Sinnen erkunden, auch wenn es für uns Menschen natürlich einen traurigen Beigeschmack hat, die Natur so durstig zu sehen.

Später am Tag, wenn die Sonne dann tiefer steht, die größte Hitze weicht und uns mit ihrem goldenen Licht noch einmal sanft wärmt, lädt uns der Abend ein, wieder etwas aktiver zu werden. Es ist, als ob uns die Natur zeigt, dass alles seine Zeit hat, das vollkommene Ruhen am Mittag und das leise Erwachen am Morgen und Abend.

Was wir von unseren Begleitern lernen dürfen

Unsere Tiere sind oft unsere größten Lehrer, wenn es darum geht, diese Zyklen anzunehmen und im Hier und Jetzt anzukommen. Sie zeigen uns, dass wir nicht immer aktiv sein müssen, um wertvoll zu sein. Manchmal ist das Beste, was wir für uns und die Verbindung zu unseren Gefährten tun können, uns einfach neben sie auf den kühlen Boden zu legen und für einen Moment einfach nur gemeinsam zu atmen.

Nimmst Du Dir in diesen Tagen auch bewusst den Raum, um mit Deinem Tier einfach nur zu sein und diese feinen, stillen Momente des Sommers zu genießen? Oder ertappst Du Dich noch dabei, gegen die Trägheit anzukämpfen?

Ich wünsche Dir und Deinen Tieren viele kühle, erholsame Stunden und die Gelassenheit, dieses langsame Sommertempo mit all seinen kleinen Wundern vollkommen anzunehmen.

Von Herzen
Deine Tanja