In meinen Gesprächen taucht immer wieder eine Frage auf, die viele Menschen lange im Herzen tragen. Was soll eigentlich mit dem Körper meines Tieres geschehen, wenn es einmal geht?

Manche sprechen es ganz konkret aus, andere tasten sich vorsichtig heran, und wieder andere stellen die Frage erst, wenn der Abschied bereits unmittelbar bevorsteht. Es geht um die Beerdigung im eigenen Garten, um die Einäscherung, um das Aufbewahren oder Verstreuen der Asche an Orten, die eine besondere Bedeutung hatten. Und ganz oft geht es um die tiefe Unsicherheit, das Richtige zu tun.

Was mich dabei immer wieder berührt: Den meisten Tieren selbst ist es überhaupt nicht wichtig, was mit ihrer Hülle geschieht. Für sie ist der Körper etwas, das sie für diese Lebenszeit getragen haben, ein Zuhause auf Zeit, aber nicht das, was sie im Kern ausmacht. Viel wichtiger ist ihnen, dass ihr Mensch Frieden mit der Entscheidung findet, dass es sich für Dich stimmig anfühlt und kein innerer Konflikt zurückbleibt.

Es gibt jedoch auch Tiere, die ganz konkrete Wünsche äußern. Ein Teil der Asche am Strand, an dem jedes Jahr der Urlaub verbracht wurde, und ein anderer Teil im heimischen Wald. Oder die Bitte, im Garten von vertrauten Freunden beerdigt zu werden, wenn klar ist, dass der eigene Mensch bald aus dem Mietshaus ausziehen wird. Manchmal geht es um einen ganz bestimmten Platz unter einem Rosenbusch oder an einem Lieblingsort im Revier.

Und dann gibt es Entscheidungen, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Eine Kundin hatte die Idee, die Knochen ihres Hundes präparieren zu lassen, um das Skelett später im Unterricht als Anschauungsmaterial zu nutzen, statt die Knochen eines anonymen Hundes zu nehmen. Dieses Tier war damit vollkommen einverstanden. Mehr noch, es fühlte sich geehrt, weiterhin an der Seite seines Menschen zu sein und sogar noch einen Beitrag zur Ausbildung von Physiotherapeuten leisten zu können. Für dieses Wesen war das kein Festhalten, sondern eine wunderschöne Form von Weiterwirken.

Solche Gespräche zeigen mir immer wieder, wie wenig Drama auf Seiten der Tiere ist. Sie sind klar, ruhig und sehr weit in ihrer Perspektive. Auch wenn es um ihre Dinge wie Körbchen, Decken, Näpfe oder Spielzeug geht, sind sie meist sehr neutral. In ihrer energetischen Form brauchen sie das alles nicht mehr. Sie freuen sich, wenn andere Tiere Freude daran haben oder wenn ein Nachfolger diese Dinge nutzen darf. Gleichzeitig verstehen sie, dass bestimmte Gegenstände für ihren Menschen eine große emotionale Bedeutung tragen, als Erinnerung, als Verbindung und als etwas Greifbares in einer Zeit, in der so viel fehlt.

Was sie nicht möchten, ist, dass ihr Mensch in der Trauer stecken bleibt. Erinnerung ja, Liebe immer, aber kein dauerhaftes Festhalten am Schmerz.

Wenn wir uns also fragen, was richtig ist, dann geht es weniger um eine allgemeingültige Antwort. Es geht um Stimmigkeit, um Deinen inneren Frieden und um die Frage, was sich für Dich weit anfühlt. Was kannst Du später anschauen oder wissen, ohne dass es in Dir eng wird?

Die Tiere tragen keinen Anspruch an eine bestimmte Form. Sie bewerten nicht, sie verurteilen nicht und sie wissen, dass ihre Essenz nicht in Erde, Asche oder Knochen gebunden ist. Und vielleicht liegt genau darin eine leise Entlastung für uns.

Wenn Du selbst gerade vor einer solchen Entscheidung stehst oder Dich innerlich darauf vorbereitest, dann darfst Du wissen, dass es kein objektiv richtig gibt. Es gibt nur das, was für Euch beide stimmig ist und Euren gemeinsamen Raum in Frieden abrundet.

Wie geht es Dir mit diesem Thema? Konntest Du für Dich und Dein Tier schon einen stimmigen Weg finden, oder beschäftigt Dich diese Frage gerade? Schreib mir Deine Gedanken dazu gerne in die Kommentare.

Von Herz zu Herz
Tanja

2 Replies to “Was nach dem Abschied bleibt”

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