In den letzten Wochen habe ich etwas sehr Ehrliches bei mir selbst bemerkt. Es fällt mir zunehmend schwerer, meinen Fokus im Alltag wirklich zu halten. Das liegt gar nicht daran, dass ich unachtsam bin, sondern vielmehr an dem ständigen Strom von Input, der von allen Seiten auf uns einströmt. Noch ein Video auf dem Smartphone, noch ein Beitrag im Feed, noch eine kurze Nachricht im Vorbeigehen, und so machen wir noch schnell dies und erledigen noch kurz das.

Was wir dabei im Alltag oft gar nicht bemerken, ist, wie sehr diese ständige Berieselung unser Nervensystem stresst. Es passiert weit unterhalb unserer bewussten Wahrnehmung, doch die Wirkung ist spürbar. Denn unser Fokus ist nichts anderes als unsere reine Energie. Jedes Mal, wenn wir ihn unbewusst zerstreuen, verliert unser ganzes System ein Stück seiner Kraft. Das geschieht nicht auf einen Schlag, sondern leise und schleichend über den Tag verteilt.

Unsere Tiere leben uns diese Präsenz jeden einzelnen Tag vor

Deshalb habe ich mir für die nächste Zeit vorgenommen, wieder viel achtsamer mit meiner eigenen Aufmerksamkeit umzugehen. Ich möchte meinen Fokus immer wieder ganz bewusst zurückholen, zu mir, in meinen eigenen Körper und genau in diesen aktuellen Moment. Unsere Tiere sind einfach da, im Hier und Jetzt, vollkommen und ganz.

Wir gehen mit unserer Aufmerksamkeit, unserer wertvollen Energie und unserer Zeit oft erstaunlich großzügig um. Wir verteilen sie in alle Richtungen, viel großzügiger, als wir es mit materiellen Dingen jemals tun würden. Unsere Tiere spüren diese Abwesenheit sofort. Sie merken ganz genau, wenn wir zwar körperlich anwesend, aber mit den Gedanken ganz woanders sind, und sie tun das völlig ohne Wertung, einfach aus ihrer feinfühligen Natur heraus.

Manchmal ist ein herausforderndes Verhalten nur ein sanfter Hinweis, wieder ganz im Hier und Jetzt anzukommen.

Manchmal ziehen sie sich dann leise zurück oder sie machen einfach ihr eigenes Ding. Und manchmal entstehen genau aus dieser energetischen Lücke heraus Verhaltensweisen, die uns irritieren, uns beschäftigen oder uns Sorgen bereiten. Dein Tier tut das nicht, um dich zu ärgern oder zu fordern, sondern oft ist es ein liebevoller, energetischer Hinweis an dich.

Eine kleine Einladung für euren Alltag

Ich möchte dich heute einladen, einmal ganz sanft bei dir selbst hinzuspüren. Wo ist deine Aufmerksamkeit in diesem Moment wirklich? Wem oder was schenkst du deine Energie, sei es nun bewusst oder unbewusst? Und wie fühlt es sich in deinem Körper an, wenn du diese verstreute Energie wieder ganz zu dir zurückholst? Wenn du wirklich bei dir bleibst, kannst du viel klarer wahrnehmen, was dir in der Tiefe gut tut und was nicht, und du spürst auch viel feiner, was eurer gemeinsamen Beziehung im Moment dient.

Vielleicht magst du das in den nächsten Tagen beim Füttern, beim Streicheln oder beim gemeinsamen Draußensein in der Natur einfach mal ausprobieren:

  • Halte für einen Moment inne und nimm dir drei ruhige Atemzüge Zeit.
  • Richte deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf deinen eigenen Körper und nimm deinen Atem wahr.
  • Spüre einfach nur die Verbindung zu deinem Tier, ohne dich auf das zu konzentrieren, was du gerade tust.

Du musst in diesem Augenblick überhaupt nichts verändern, nichts senden, nichts bewirken und erst recht nichts richtig machen. Sei einfach nur da. Wenn deine Gedanken abschweifen, ist das völlig in Ordnung. Komm einfach sanft wieder zurück, genauso liebevoll und geduldig, wie du auch dein Tier zu dir rufen würdest. Oft entsteht genau in diesen stillen, unscheinbaren Momenten eine spürbare Entspannung, eine echte Verbundenheit und dieses wunderbare Gefühl, dass ihr gerade wirklich zusammen seid.

Von Herzen
Tanja

3 Replies to “Nicht noch mehr. Sondern mehr da.”

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