In den letzten Wochen habe ich etwas sehr Ehrliches bei mir selbst bemerkt:
Es fällt mir zunehmend schwerer, meinen Fokus wirklich zu halten.
Nicht, weil ich unachtsam bin –
sondern weil von allen Seiten so viel Input einströmt.
Noch ein Video.
Noch ein Beitrag.
Noch eine Nachricht.
Noch schnell dies, noch kurz das.
Was wir dabei oft nicht bemerken:
Das stresst unser Nervensystem viel mehr, als wir bewusst wahrnehmen.
Denn unser Fokus ist unsere Energie.
Und jedes Mal, wenn wir ihn zerstreuen, verliert unser System ein Stück Kraft.
Nicht auf einen Schlag – sondern leise, schleichend.
Deshalb habe ich mir vorgenommen, noch achtsamer mit meiner Aufmerksamkeit umzugehen.
Meinen Fokus immer wieder zurückzuholen – zu mir, in meinen Körper, in den Moment.
Und während ich das übe, wird mir etwas sehr Vertrautes wieder ganz klar:
Unsere Tiere leben uns das jeden Tag vor.
Sie sind da.
Jetzt.
Ganz.
Wir wissen das eigentlich.
Wir haben es gelesen, gehört, erlebt.
Und doch gehen wir mit unserer Aufmerksamkeit, unserer Energie und unserer Zeit oft erstaunlich großzügig um.
Viel großzügiger, als wir es mit Geld jemals tun würden.
Unsere Tiere spüren sehr genau, wenn wir nicht wirklich bei ihnen sind.
Nicht wertend – sondern feinfühlig.
Manchmal ziehen sie sich dann zurück.
Manchmal machen sie ihr eigenes Ding.
Und manchmal entstehen genau daraus Themen, die uns irritieren oder beschäftigen.
Nicht, um uns zu ärgern.
Sondern oft, um uns darauf hinzuweisen:
Du bist gerade woanders. Nicht hier.
Ich möchte dich einladen, einmal sanft hinzuspüren:
Wo ist deine Aufmerksamkeit gerade wirklich?
Wem oder was schenkst du deine Energie – bewusst oder unbewusst?
Und wie fühlt es sich an, wenn du sie wieder zu dir zurückholst?
Wenn du bei dir bleibst, kannst du viel klarer wahrnehmen,
was dir gut tut
und was nicht.
Und auch, was eurer Beziehung gut tut.
Vielleicht magst du das heute oder in den nächsten Tagen ganz einfach ausprobieren:
Wenn du bei deinem Tier bist –
beim Füttern, beim Streicheln, beim gemeinsamen Draußensein –
halte für einen Moment inne.
Richte für drei ruhige Atemzüge deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf
deinen Körper,
deinen Atem
und dein Tier.
Nicht auf das, was du gerade tust,
sondern auf das, was ist.
Du musst nichts verändern.
Nichts senden.
Nichts richtig machen.
Sei einfach da.
Wenn deine Gedanken abschweifen, ist das völlig in Ordnung.
Komm sanft wieder zurück –
genauso liebevoll, wie du dein Tier zurückrufen würdest.
Oft entsteht genau in diesen stillen Momenten etwas ganz Feines:
Entspannung.
Verbundenheit.
Ein Gefühl von: Wir sind gerade wirklich zusammen.
Von Herzen,
Tanja
